Vom Pop-Up ins Parktheater Iserlohn
Mit „Dein Raum. Dein Theater“ holen wir die Idee unseres Pop-Up-Theaters ins Parktheater. Wir möchten unser Haus noch weiter öffnen und gemeinsam mit euch neue Möglichkeiten schaffen, Theater zu erleben, auszuprobieren und selbst mitzugestalten. In den kommenden drei Jahren möchten wir gemeinsam herausfinden, was entstehen kann, wenn aus Zuschauenden Mitgestaltende werden. Unser Ziel ist, dass daraus Angebote und Strukturen wachsen, die auch über das Projekt hinaus im Parktheater bleiben.
Begleitet werden wir dabei von Un-Label, einer internationalen und inklusiven Performing Arts Company aus Köln, sowie von weiteren Partnern aus der professionellen Freien Szene und aus Iserlohn.
Möglich wird „Dein Raum. Dein Theater.“ durch eine großzügige Förderung im Rahmen des Programms SPIELRAUM des Kultursekretariats NRW Gütersloh, das aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt wird. Der Förderverein Parktheater Iserlohn beteiligt sich an den notwendigen Eigenmitteln.
Vom Zuschauen zum Mitgestalten
Im Mittelpunkt steht unser bereits geplantes Abonnement-Programm. Rund um ausgewählte Vorstellungen entstehen zwei weitere Ebenen, die eng damit verbunden sind: drei inklusive Werkstattlinien in Musik, Schauspiel und Tanz und unsere Community-Bühne. Alle drei Ebenen greifen ineinander, können aber auch unabhängig voneinander erlebt werden.
In den Werkstattlinien könnt ihr selbst kreativ werden, Neues ausprobieren und gemeinsam mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern arbeiten. Die Workshops knüpfen immer wieder an unser Programm an und schaffen neue Zugänge zum Theater. So entsteht ein Wechselspiel zwischen Zuschauen, Ausprobieren, Mitmachen und eigenem künstlerischen Arbeiten.
Die Community-Bühne geht noch einen Schritt weiter: Hier entwickelt ihr eigene Ideen und bringt sie gemeinsam auf die Bühne. Ein wichtiger Treffpunkt dafür wird unsere Studiobühne. Sie wird zum offenen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames künstlerisches Arbeiten – und zum neuen Zuhause für die Community, die mit unserem Pop-Up-Theater entstanden ist. Natürlich ist die Tür auch für alle offen, die neu dazukommen möchten.
Theater für alle
Inklusion, Diversität und Teilhabe ziehen sich durch das gesamte Projekt. Wir möchten unterschiedliche Menschen, Perspektiven und Erfahrungen zusammenbringen und gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern mit und ohne Behinderung arbeiten. Barrierefreiheit und unterschiedliche Zugänge zum Theater denken wir deshalb von Anfang an mit.
Du möchtest dabei sein?
In den nächsten drei Jahren gibt es viele Möglichkeiten zum Zuschauen, Ausprobieren und Mitmachen. Über die einzelnen Workshops, Treffen und Veranstaltungen informieren wir euch hier nach und nach. Oder du meldest dich vorab bei Miriam Engelmann aus unserer Kulturvermittlung, die Kontakdaten findest du unten auf dieser Seite.
Bis bald!
Euer Parktheater-Team
Danke für die wertvolle und bereichernde Zusammenarbeit:
Danke für die großzügige Unterstützung und das Vertrauen in unsere Projektidee:
Werkstattlinien verbinden Beteiligung und Spielplan
Für Intendant Niels Gamm knüpft das Projekt damit unmittelbar an die programmatische Entwicklung des Parktheaters an. Er versteht das Haus als einen „gläsernen Ort“ – wie ein Schaufenster, das Einblicke ermöglicht und neugierig auf das macht, was darin geschieht. „Wir möchten Menschen nicht nur für einzelne Vorstellungen gewinnen. Sie sollen das Parktheater als ihr Theater entdecken, unterschiedliche Zugänge finden und im besten Fall selbst zu Mitgestaltenden werden.“
Die bestehenden Programm- und Abonnementstrukturen werden deshalb bewusst mit neuen Beteiligungsformaten verzahnt.Der künstlerische Arbeitsprozess verläuft auf drei Ebenen, die ineinandergreifen, ohne voneinander abhängig zu sein. Bei allen Planungen kann nicht von klassischen Begleitprogrammen die Rede sein: Zuschauen, Ausprobieren, Mitmachen und eigenes künstlerisches Arbeiten sollen sich vielmehr gegenseitig beeinflussen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Studiobühne. „Dieser bisher eher punktuell genutzte Raum darf von den Teilnehmenden regelrecht erobert werden“, freut sich Kulturvermittlerin Miriam Engelmann. „Die Community, die mit dem Pop-Up-Theater entstanden ist, bekommt damit ein neues Zuhause auf der Alexanderhöhe – und gleichzeitig ist der Raum offen für alle, die neu dazukommen möchten.“
Nils Rottgardt (Künstlerischer Leiter) und Immanuel Bartz (Dramaturg) von Un-Label, einer internationalen und inklusiven Performing Arts Company aus Köln sind bei allen Planungen die Prozessbegleitenden des Parktheaters und bringen ihre Expertise in inklusiver und diversitätsorientierter Kulturarbeit in die Entwicklung ein. Gemeinsam mit weiteren Partnern aus der professionellen Freien Szene sollen so neue Formen der Beteiligung erprobt und dauerhaft im Haus verankert werden.
Für Antje Welz, Geschäftsführerin des Kultursekretariats NRW Gütersloh, trifft das Projekt damit den Kern von SPIELRAUM: Das Programm schafft Raum für kreative Teams, inspirierende Produktionen und innovative Vermittlungskonzepte. Besonders begrüßt Welz, dass das Parktheater mit „Dein Raum. Dein Theater.“ die Idee des zuvor über die Regionale Kulturpolitik geförderten Pop-Up-Theaters strategisch weiterführt. Bemerkenswert ist die Konsequenz, mit der das Parktheater seine strategische Ausrichtung mittel- und langfristig entwickelt und Projekte aufeinander aufbauen lässt. Aus einer erfolgreichen Outreach-Idee entsteht jetzt der nächste Schritt: die neuen Communities ins Haus zu holen und dort dauerhaft einzubinden.“
„Drei Nüsse für Aschenbrödel“ macht die Idee konkret
Wie die Verzahnung von Spielplan und Beteiligung praktisch funktioniert, zeigt der erste Workshop der Werkstattlinie Musik am 12. und 13. Dezember. Ausgangspunkt ist das Familienmusical „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ des Theaters a.gon München, das am 13. Dezember um 15 Uhr im Parktheater zu sehen ist. Die Inszenierung verbindet die bekannte Geschichte mit Live-Musik und bietet Sehbehinderten einen inklusiven Zugang mit individueller Live-Audio-Deskription.
Gemeinsam mit Markus Brachtendorf von Un-Label und der Audio-Deskriptorin Daniela Benker entsteht rund um die Produktion ein zweiteiliger Workshop. Ein musikalischer Teil greift kreativ Motive der Vorstellung auf und lädt zum eigenen künstlerischen Arbeiten in einem kleinen Tonstudio ein. Der zweite Teil widmet sich der Frage „Wie funktioniert Audio-Deskription?“ und macht praktisch erfahrbar, wie visuelle Vorgänge auf einer Bühne so beschrieben werden können, dass Theater auch für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich wird. Die Teilnahme am Workshop am 12. und 13. Dezember ist kostenfrei. Die Anmeldung wird zeitnah über unsere Website möglich sein.
Damit wird im Kleinen sichtbar, was das gesamte Projekt ausmacht: Eine Vorstellung kann Ausgangspunkt für ganz unterschiedliche Wege durch das Theater sein. Anschauen, ausprobieren, mitmachen, einen eigenen Weg einschlagen und mit neuen Erfahrungen wieder zum Programm zurückkehren – diese Wechselwirkung soll die drei Werkstattlinien Musik, Schauspiel und Tanz prägen.
Ein Theater, das gemeinsam gestaltet wird
Am Ende steht ein langfristiges Ziel: Menschen sollen nicht nur ins Parktheater kommen, um Theater anzuschauen. Sie sollen Möglichkeiten erhalten, „ihr“ Theater mitzugestalten. Neue Publikumsgruppen sollen dauerhaft an das Haus gebunden, bestehendes Publikum und neue Communities miteinander in Verbindung gebracht und erfolgreiche Beteiligungsformate über den Förderzeitraum hinaus verstetigt werden. So schließt sich der Kreis zum Bild des gläsernen Theaters von Niels Gamm: Das Parktheater soll nicht nur zeigen, was auf seinen Bühnen geschieht, sondern sichtbar und zugänglich machen, wie Theater entsteht – und wer daran teilhaben und mitwirken kann.
Pressekonferenz zur Vorstellung der Partner und der Projektidee | 10. September 2026
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