Präsidenten-Suite
© Axel Lauer

Zur Bedeutung der #MeToo-Debatte auch in Zukunft.

Präsidenten-Suite

Ein modernes Märchen von John T. Binkley
Mit Mona Seefried, Andreas Hoppe und anderen
Regie: Guntbert Warns
Renaissance Theater Berlin

Richard Feynon Chataigne, weltbekannter Wissenschaftler und französischer Spitzenpolitiker, sieht sich brisanten Anschuldigungen ausgesetzt: Das farbige Zimmermädchen Naomi St. Cloud behauptet, er habe sie in einem Luxushotel sexuell belästigt. Chataigne erklärt hingegen, alles sei einvernehmlich geschehen. Es steht Aussage gegen Aussage. Für die Medien ist die Affäre ein gefundenes Fressen. Chataignes Ehefrau, vom Übergriff ihres Mannes weder überrascht noch berührt, heuert Top-Anwalt Jordan Pershing an. Einziges Ziel: Die Angelegenheit muss zum Wohl der Karriere ihres Mannes schnell vom Tisch. Pershing ruft eine Kampagne ins Leben, die St. Cloud diskreditieren und für ein Schweigeabkommen gefügig machen soll. Doch Elizabeth Granger, die Anwältin des mutmaßlichen Opfers, hat noch ein Ass im Ärmel.

Autor John T. Binkley hat den Fall des früheren IWF-Direktor und französischen Präsidentschaftskandidaten Dominique Strauss-Kahn als Aufhänger für sein Stück gewählt. In der Retrospektive könnte man den Skandal als Präzedenzfall der #MeToo-Bewegung bezeichnen. Binkleys erweitert die Perspektive aber auf ein breites Spektrum von Machtmissbrauch. In der Regie von Günther Warns erhält das Stück zunächst Züge eines Tribunals, um dann als ein „modernes Märchen“ zu enden. Allerdings als eines, das nachdenklich stimmt.

Man lauscht mit angehaltenem Atem. Starkes Stück!

Berliner Zeitung

Unterstützt durch

IKZ
Krombacher Brauerei
Kulturbüro Iserlohn

Für den Versand unserer Newsletter nutzen wir rapidmail. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie zu, dass die eingegebenen Daten an rapidmail übermittelt werden. Beachten Sie bitte deren AGB und Datenschutzbestimmungen .