Hagen Rether
© Dominik Reichenbach

Kabarettistische Verführung zum Perspektivwechsel.

Hagen Rether

Liebe
Deutscher Kabarettpreis 2010
Deutscher Kleinkunstpreis | Kabarett 2008
Prix Pantheon 2004

Es ist kein klassisches Kabarett, das Hagen Rether seinem Publikum serviert, sondern eher ein assoziatives Spiel, ein Mitdenkangebot. "Es wirkt wie Plaudern, nicht wie Kabarett. Denn dieser asketische Aufklärer hält sich nicht mit Politikerbeschimpfung auf und nicht mit den Säuen, die medial durchs Dorf getrieben werden", schreibt die Zeitung Merkur über ihn. Und richtig: Der Kabarettist verweigert die Verengung komplexer Zusammenhänge und gesellschaftlicher wie politischer Absurditäten auf bloße Pointen. Stattdessen verwebt Rether in aller Ausführlichkeit Aktuelles mit Vergessenem, Nahes mit Fernem, stellt infrage, bestreitet, zweifelt.

An zentralen Glaubenssätzen westlicher „Zivilisation“ rüttelt er gründlich, sogenannte Sachzwänge gibt er als kollektive Fiktionen dem Gelächter preis. Mit überraschenden Vergleichen verführt er das Publikum zum Perspektivwechsel – zu einem anderen Blick auf die Welt, in den Spiegel, auch unbequemer Wahrheit ins Auge. Und er ruft dazu auf, dass wir uns von unserer vielfach instrumentalisierten Angst und Wut befreien. Rethers „Liebe“ ist tragisch, komisch, schmerzhaft, ansteckend: Das ständig mutierende Programm mit dem immer gleichen Titel verursacht nachhaltige Unzufriedenheit mit einfachen Erklärungen und stiftet zum Selberdenken und -handeln an. Wandel ist möglich – wenn wir wollen.

Kein Kabarettist nimmt Immanuel Kants mündigen Menschen ernster als Hagen Rether.

Osnabrücker Zeitung

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